Rasenmäher

Der Siegeszug der Mähmaschine

Von Alexandra Grossmann · 2017

Als hunderte Gärtner die Sensen schwangen, um die Rasenflächen der Parks und Anlagen zu stutzen, erfand ein Textilingenieur die erste Maschine mit Schneidemessern. Heute sind Sichel- und Spindelmäher aus unseren Gärten nicht wegzudenken. Ob handbetrieben, elektrisch oder als Roboter: ohne sie gäbe es keine Rasenflächen für jedermann.

 Ein Rasenmäher in Aktion

Ohne Edwin Beard Budding sähen Gärten heute möglicherweise ganz anders aus. Denn der englische Textil­ingenieur übernahm das Prinzip einer Stoffschneidemaschine, um den ersten Rasenmäher zu entwickeln: Beim Schieben drücken rotierende Messer die Halme gegen ein Untermesser, schneiden sie so ab und werfen sie hinten im hohen Bogen heraus, weil sie spindelförmig angeordnet sind. Budding wurde zunächst von vielen für verrückt gehalten. Doch er meldete den Spindelmäher 1830 als Patent an, ab 1832 wurde dieser von der Firma Ransomes industriell hergestellt und er wird bis heute hunderttausendfach verkauft. Ein Gerät sparte damals etwa sieben Gärtner ein, so viele Männer brauchte es, um die Parkanlagen der Landschaftsgärten und die Spielflächen für Tennis oder Cricket mit der Sense zu mähen.

Sichelmäher häufiger als Spindelmäher

Heute sind der Spindelmäher und Sichelmäher häufig hoch technologische Geräte und in den verschiedensten Ausführungen zu haben. Der erste Sichelmäher wurde 1949 in Hannover vorgestellt, er war das erste motorgetriebene Modell. Hier gibt es keine Spindel, sondern eine Vielzahl kleiner, horizontal angebrachter Messer, die in hoher Geschwindigkeit die Halme wie Sensen abschlagen. Die meisten Rasenmäher in deutschen Gärten sind heute Sichelmäher, sowohl diejenigen, die von Hand geführt werden, als auch Rasentraktoren oder Aufsitzmäher. 

Hier sind mehrere Mähwerke nebeneinander angeordnet und ermöglichen es, große Rasenflächen regelmäßig auf eine exakte Schnitthöhe zu stutzen. Golfplätze etwa werden jeden Tag geschnitten, so dass die Spitzen der Halme glatt und grün bleiben. 

Für den heimischen Garten hängt die Wahl des Mähers von der Beschaffenheit des Bodens und von der Fläche ab. Derzeit gibt es auf dem deutschen Markt etwa 800 Modelle, die meisten sind benzinbetrieben. Zu unterscheiden sind Fänger oder Mulcher: Entweder hängt ein Fangkorb am Mäher, der den Schnitt aufnimmt, oder das Gerät zerhackt die Halme so fein, dass sie auf dem Rasen liegen bleiben und als Mulch dienen.

Eine Stunde zum Aufladen

Immer beliebter werden Akku- und Elektromäher. Sie sind so gut wie wartungsfrei und müssen nach dem Gebrauch lediglich gereinigt werden. Beide Modelle sind leiser als benzingetriebene Mäher und riechen weniger stark. Akku-Mäher ersparen das lästige Ziehen eines Kabels. Moderne Geräte sind heute schon nach etwa einer Stunde aufgeladen und mähen etwa 300 qm Fläche. Besonders praktisch sind Hybridmodelle: Wird der Akku schwach, mäht der Elektromotor mit Stromkabel weiter. 

Praktisch sind Mähroboter. Sie schneiden den Rasen regelmäßig, zuverlässig und ganz von selbst, Mulchmesser zerhäckseln das Schnittgut und verteilen es als Dünger. Selbst wenn Sie im Urlaub sind oder es vier Wochen regnet, bleibt der Rasen kurz, gepflegt und gesund. Die Vibration vertreibt sogar Maulwürfe. Einziger Nachteil: Mähroboter sind im Vergleich zu herkömmlichen Geräten meist deutlich teurer.

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